Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung
Auszeichnung für den Hubwald Schönstheim im Landkreis Würzburg


Staatspreis für den Hubwald SchönstheimZoombild vorhanden

Staatspreis für den Hubwald Schönstheim

Im Süden des Landkreises Würzburg bewirtschaftet die Hubgemeinschaft Schönstheim 300 Hektar Wald mit 80 Prozent Laubhölzern (60 Prozent Eiche, 10 Prozent Edellaubholz, 5 Prozent Buche und 5 Prozent sonstiges Laubholz) und 20 Prozent Nadelhölzern (15 Prozent Fichte, 3 Prozent Lärche, 2 Prozent Kiefer).
Bei ihrer vorbildlichen Waldpflege legen sie großen Wert auf eine breite Palette heimischer Laubbaumarten. Dies minimiert das Klimarisiko und dient gleichzeitig dem Naturschutz.
Für diese Leistung ist der Hubwald Schönstheim im November 2017 von Forstminister Helmut Brunner mit dem Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung ausgezeichnet worden.

Der Hubwald Schönstheim

Vor Ort im Schönstheimer Wald
Der Hubwald Schönstheim geht auf den Weiler Dippach zurück, der zu Beginn des 14. Jahrhunderts 16 Höfe mit Land- und Forstflächen umfasste. Der Name stammt von der dort früher vorkommenden Burg Schönstein. Aufgrund von Überfällen wurden Häuser und Burg ab 1467 verlassen. Die Bewohner zogen nach Röttingen und in die umliegenden Dörfer.
Ihren Grundbesitz aber gaben die Schönstheimer nie auf.
Die 16 Huben werden von je einem Hubvorstand verwaltet. Gemeinsam ernennen die Vorstände jedes Jahr Anfang Mai ihren Ersten und Zweiten Bürgermeister, die das bis ins Jahr 1820 zurück verfolgbare sogenannte „Protokoll“ führen.
Die Waldfläche gehört rund 190 Anteilsberechtigten, die ihre Anteile meist geerbt haben. Dabei kann sich der Besitz durchaus über verschiedene Huben erstrecken. „Ursprünglich wurde darauf geachtet, dass zu jedem Hof gute und schlechte Grundstücke gehörten“, erläutert der amtierende Erste Bürgermeister Thomas Gundermann. „Im Laufe der Zeit hat sich durch Erbteilung oder Verkauf aber ein rechter Fleckerlteppich ergeben“.

Bewirtschaftung des Hubwalds

Im Hubwald Schönstheim
Für die Waldarbeit findet sich der aktive Teil der Hubeigentümer zusammen. Gemeinsam legen sie auch die vorgesehenen Bewirtschaftungsmaßnahmen fest. „Der Ertrag steht heute bei uns nicht mehr an erster Stelle“, sagt Hubvorstand Anton Engelhardt, „deswegen bleiben beispielsweise Spechtbäume auch stehen“.
Der hohe Eichenanteil beruht auf einer jahrhundertelangen Mittelwaldbewirtschaftung. Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts stellte die Hubgemeinschaft auf die übliche Hochwaldbewirtschaftung um. Dennoch blieb die Eiche die führende Baumart.
Auch für Revierleiter Manfred Rüb ist die Eiche der Favorit unter den vorhandenen Baumarten.
„Der Hubwald ist als FFH-Gebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen. Schon deswegen müssen die Eichenwälder erhalten werden“, erklärt Rüb. Dass neben einem breiten Spektrum an Laubbaumarten auch die Naturverjüngung der Eiche funktioniert, was mit einem hohen Aufwand für die Waldbesitzer verbunden ist, freut den Revierleiter. Die Gemeinschaft tut aber noch mehr für den Naturschutz. So hat sie beispielsweise verschiedene Feuchtbiotope angelegt, die neben dem Schutz seltener Arten eine wichtige Wasserrückhaltefunktion auf der trockenen Fränkischen Platte haben.
Die Hubgemeinschaft Schönstheim steht in einer langen Tradition, was ihre Geschichte und Struktur betrifft. Gleichzeitig sind die Anteilsberechtigten aufgeschlossen für die Herausforderungen der Zukunft – egal ob es sich dabei um den Klimawandel oder um Naturschutzanliegen handelt.

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